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03.04. - 03.05.2010

KIRMES in Siemerode

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Geschichte

Historische Entwicklung

Siemerode erfährt seine erste Erwähnung in der Geschichte in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Siegfried (III.) vom 1. Januar 1236 als Simarerothe. Weitere Erwähnungen in der Folgezeit bezeichnen den Ort als Symenrade (1364), Siimerode (1482) oder Simerod (1646). Siemerode wird als Rodungsort eines Sigmar angesehen. In kurmainzischer Zeit (etwa 12./13. Jahrhundert bis 1802) gehörte Siemerode zum Kurmainzischen Amt Rusteberg.

1621, es war die Zeit des 30-jährigen Krieges, zählte Siemerode 49 Herdstellen und damit rund 250 Einwohner. 1650, zwei Jahre nach Ende des schrecklichen Krieges zogen die letzten schwedischen Besatzer ab. Die Mainzer Verwaltung wird wieder aufgebaut. Zwei Drittel seiner Bevölkerung hat das Eichsfeld durch diesen Krieg verloren, viele Orte waren wüst geworden. Vier Jahre nach Kriegsende (1652) lebten in Siemerode nur noch 23 Einwohner. Der Kurfürst von Mainz ruft seine Untertanen, aber auch Hessen und Niederländer auf, sich im Eichsfeld anzusiedeln. So begannen auch in Siemerode das Neuerstehen des Dorfes und die Haus- und Familiengeschichte einiger heutiger Familien (1673).

Mit dem Jahre 1691 beginnen die Kirchenbücher der Pfarrei Siemerode. Darin sind alle Taufen, Trauungen und Beerdigungen des Ortes in chronologischer Folge festgehalten. In den Jahren 1703-06 wird die Maria-Magdalenenkapelle errichtet. Im Jahre 1721 zählt der Ort 281 Einwohner. Aus dem Jahre 1728 datiert die erste Nachricht vom Feuerlöschwesen in Siemerode. Eine neue Kirche wird 1732/33 gebaut. Der Erfurter Weihbischof Christoph von Gudenus weiht sie 1735 ein. In diesem Jahr zählt der Ort 49 Familien (Häuser) mit 307 Einwohnern. Nachdem der Mengelröder Bauer Fromm 1731 die ersten Kartoffeln im Eichsfeld angebaut hatte, wird hier 1736 mit deren Anbau begonnen.

Nach dem Ende des Mainzer Kurstaates 1802 kam die Gemeinde Siemerode mit dem gesamten Eichsfeld an das Königreich Preußen. Es wurde zunächst dem so genannten Oberkreis mit Sitz in Heiligenstadt zugeordnet. Wenige Jahre später, 1807, kam der Ort, wie das gesamte Eichsfeld, unter französische Herrschaft in Form des neu gegründeten Königreichs Westphalen mit Sitz in Kassel unter der Herrschaft von Napoleons Bruder, König Jerome. In dieser Zeit gehörte Siemerode zum Canton Heiligenstadt, der seinerseits zum Harzdepartement gehörte.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 kam das gesamte Eichsfeld zunächst wieder an Preußen. Die französische Verwaltungsstruktur wurde noch zwei Jahre beibehalten. Im Zuge des Wiener Kongresses von 1815 wurde das Eichsfeld in zwei Teile zerrissen. Das Untereichsfeld ging an das Königreich Hannover, das Obereichsfeld an das Königreich Preußen. Im Jahre 1816 wurden im Bereich des preußischen Eichsfeldes {Obereichsfeld) die Landkreise Mühlhausen, Heiligenstadt und Worbis gebildet. Siemerode wurde Mitgliedsgemeinde des Landkreises Heiligenstadt, der schließlich 1994 im Landkreis Eichsfeld aufging.

Um das Jahr 1840 wird der Ort wie folgt charakterisiert:

Dorf mit einem Rittergut derer von Steinmetzen, denen des Dorf zins- und lehnbar ist. Hier leben 419 katholische und 14 evangelische Einwohner in 62 Wohnhäusern mit 104 Ställen und Scheunen sowie fünf Gemeindehäusern. Eine katholische Pfarrkirche königlichen Patronats. In der Dorfschule unterrichtet ein Lehrer 39 Knaben und 54 Mädchen. Das Örtliche Handwerk und Gewerbe war geprägt von einem Krug, 3 Schankwirten, 2 Victualienhändlern, 1 Fleischer, 2 Schuhmachern, 1 Riemer. 1 Zimmermeister und zwei Zimmerleuten, 1 Stellmacher, 1 Maurermeister und 1 Maurer, 1 Grobschmied, einer Wassermühle, 4 Leinenwebstühle und 9 Stühle zu „verschiedenen Zeuchen", 2 Hausschlächter, 1 Barbier, 2 Fellhändler sowie je 6 Knechte und Mägde. In der rund 2060 Morgen umfassenden Flur waren 170 Morgen Gemeinde- und Privatwald eingeschlossen. Am Vieh wurde damals gehalten: 57 Pferde, 140 Stück Rindvieh, 432 Schafe, 7 Ziegen und 86 Schweine. (Nach: C.A. Noback, Ausführliche geographisch-statistisch-topographische Beschreibung des Regierungsbezirks Erfurt, Erfurt 1841).

Siemerode wird ab 1920 mit Gleichstrom versorgt. Im Jahre 1922 wird der Sportverein gegründet; Bau des Sportplatzes auf einer ehemals kirchlichen Streuobstwiese. 1924 werden Notstandsarbeiten in der Gemeinde durchgeführt, u. a. Chausseebau. 1928 gründet sich der Radfahrverein „Stahlrad". Im selben Jahr entsteht die Theatergruppe der Pfarrei. Im Jahre 1930 zählt Siemerode 620 Einwohner, davon sind 23 arbeitslos. In diesem Jahr wird die Wasserleitung vom Sieberg gebaut.

1931 errichten die Vinzentinerinnen eine Niederlassung in Siemerode. Sie eröffnen einen Kindergarten und praktizieren Kranken- und Altenpflege. Um 1935 herrscht nahezu Vollbeschäftigung, Viehhaltung und Hausschlachtungen sind durch Kartoffelpachtland möglich geworden. Weit verbreitet ist die häusliche Zigarrenmanufaktur. In den Jahren 1935-37 entstehen Neubauten am Buchberg, der Hauptstraße, Glasehäuser und Weißenbörner Straße. Das erste Motorrad fährt im Ort. Am 08. April 1945 wird die Kirche und eine Scheune auf dem heutigen Grundstück des Saals durch einen Bombenangriff zerstört.

Als grenznaher Ort an der Grenze zwischen den Königreichen Hannover und Preußen hatte die Gemeinde Siemerode schon reichliche Grenzerfahrungen. Doch die Grenze, die nach dem 2. Weltkrieg hier verlief und ständig ausgebaut wurde, übertraf alle bisherigen Erfahrungen der Einwohner in ihrer Geschichte. Mit der Gründung der DDR 1949 wurde die seit 1945 bestehende Zonengrenze zu einer Staatsgrenze, die mit großem Aufwand absolut dicht gemacht wurde. Schließlich war es die Systemgrenze zweier konkurrierender Weltsysteme. Siemerode lag im so genannten Sperrgebiet, das nur von den Einwohnern und Besuchern mit speziellen Passierscheinen betreten werden durfte. Die Bürger von Siemerode lebten in jenen Jahren völlig isoliert vom Rest des eigenen Landes.

In den 1960er Jahren wird eine ZBO hier installiert. Im Juli 1966 wird ein neuer dreigeschossiger Wohnblock am südlichen Ortseingang bezugsfertig. 1968 wird eine neue Schule ihrer Bestimmung übergeben. In den 1970er Jahren wird eine neue Konsum-Verkaufsstelle gebaut, heute EDEKA. 1972 werden Sportlerhaus und Trauerhalle fertig gestellt. Die Niederlassung der Vinzentinerinnen in Siemerode schließt 1976 ihre Pforten. 45 Jahre haben sie im Dienst am Nächsten segensreich in der Gemeinde gewirkt. Aus einem alten Gehöft entsteht 1981 eine moderne Kinderkrippe. In den 1980er Jahren entsteht eine neue Turnhalle neben der Schule. Die „Alte Schule" wird geschlossen.

Nach der politischen Wende von 1989/90 regelte das Dorf seine Angelegenheiten zunächst in kommunaler Selbstverantwortung als eigenständige Gemeinde. Der Ort schloss sich 1991 mit seinen Nachbargemeinden Bischhagen, Mengelrode und Streitholz zur Einheitsgemeinde Hohes Kreuz zusammen. Verwaltungssitz wurde Siemerode als größter Ortsteil der neuen Gemeinde. Der Name für die neue Gemeinde wurde einer Flurbezeichnung entlehnt. Schon 1936 gab sich die damals gegründete Interessengemeinschaft Wasserversorgung diesen Namen. Die Gemeinde Hohes Kreuz ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft (VG) „Leinetal" mit Sitz in Bodenrode.

Die Gemeinde bekommt am 3. Oktober 1992 einen neuen Saal. Anfang der 1990er Jahre wird die „Alte Schule" zu Wohnzwecken umgebaut. Die Kinderkrippe wird geschlossen. Die Straße „Hinter den Zäunen" wird 1992 mit kompletten Versorgungsleitungen ausgebaut. Um 1995 erfolgt der Umbau der „Alten Schule" für Altenbetreutes Wohnen in Trägerschaft der Sozialstation Regenbogen für ca. 10-12 Personen. „Hauptstraße" und „Weißenbörner Straße" werden 1998 ohne Versorgungsleitungen oberflächensaniert. Der „Hohe Kreuzweg" erhält 2001 eine Oberflächen Sanierung und Bepflanzung. „Glasehäuser Straße" und „Pfingstrasen" erhalten 2004 eine Oberflächensanierung.